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Pioneer of the Month: Christian Wütschner

Er war schon Zeitungsreporter, Journalist beim NDR, Filmemacher, besitzt ein unbestreitbares Organisationstalent sowie eine Leidenschaft für eigentlich aussichtslos erscheinende Projekte: Christian Wütschner testet gerne seine Grenzen aus.  An die ging er vor einigen Monaten mit dem studentischen Projekt „Halt an!“, einem Kurzfilm über das schwierige Thema „sexueller Missbrauch“.

Der 23-jährige CCM-Studierende wuchs in Hannover auf und besuchte dort auch das Gymnasium, wo er sich seit der Unterstufe für die Schülerzeitung ‚Kompass‘ engagierte. Zuerst als Reporter, dann als stellvertretender Chefredakteur und schließlich als Chefredakteur. „Aus der klassischen Schülerzeitung wurde dann ein Online-Magazin und mit ‚Kompass TV’ sogar eine Art Schulfernsehen“, schildert Christian Wütschner. Das Online-Magazin wurde im Jahr 2004 als beste Online-Schülerzeitung Niedersachsens ausgezeichnet. Aus dem klassischen Schülerzeitungsformat entwickelte Christian Wütschner schließlich ein zweimonatlich erscheinendes Print-Magazin, in den Schulferien absolvierte er Praktika in Zeitungs- und Radioredaktionen.

Auch seine Leidenschaft fürs Filmemachen entdeckte er bereits in der Schule. Gemeinsam mit drei Mitschülern entstand der Plan, eine Doku über die Arbeit der Theater-AG des Gymnasiums zu drehen. Kameras wurden organisiert, und dann wurde fast ein Jahr lang einfach drauflos gefilmt. Aus dem Rohmaterial schnitten Wütschner und seine Mitschüler schließlich einen 45-minütigen Film. Dann überzeugten sie einen kleinen Regionalsender, die Doku auszustrahlen. Nach diesem Mammutprojekt gönnte er sich allerdings erst einmal eine Pause vom Film, durch die Doku war er vom Theater-Virus infiziert. An der Theater-AG des Gymnasiums und später am „Jungen Theater Burgwedel“ wurde er für die Bühnen- und Lichttechnik verantwortlich.

Während des letzten Schuljahres absolvierte Christian Wütschner dann ein Praktikum beim NDR Fernsehen in der Redaktion des Regionalformats „Hallo Niedersachsen“ und überzeugte die Kollegen schnell von seinen Fähigkeiten. „Ich durfte am Schluss selbständig mit dem Kamerateam losziehen und eigene Berichte machen.“ Nach dieser Zeit war er noch zwei Mal für eine Hospitation in der „Hallo Niedersachsen“-Redaktion.

Auch an der ZU blieb er dem Journalismus treu: Zuerst als Redakteur und später Chefredakteur bei der studentischen Zeitschrift „Oszillograf“ sowie parallel in Filmprojekten. Im vergangenen Jahr entstand dann gemeinsam mit den Kommilitonen Matthias Garbin, Sabrina Kieback, Florian Meurer, Shynne Preißel und Vanessa Winter die Idee für einen Kurzfilm. „Wir konnten uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorstellen, worauf wir uns mit diesem Vorhaben wirklich eingelassen haben und wie aufwändig es werden würde“, beschreibt Wütschner, der als Produzent des Films fungierte. Die Story: Daniel (Schauspieler Marcel Sturm), der als Kind von seinem Lehrer Schwarz (Bastian Stoltzenburg) sexuell missbraucht wurde, lernt durch Zufall im Internet Schwarz’ Tochter Sara (Juliane Hundt) kennen. Ein Treffen mit ihr gipfelt für Daniel in einer Kurzschlussreaktion: Er entführt Sara mit dem Ziel, endlich Gerechtigkeit und ein Geständnis von Schwarz zu bekommen.

Für ihr ambitioniertes Vorhaben akquirierte das Team um Christian Wütschner Unterstützung von professionellen Schauspielern und Crewmitgliedern, die allesamt auf eine Gage verzichteten. Projektbetreuer und Filmproduzent Uwe Wrobel vermittelte Kontakte in die Filmbranche, die „Halt an!“-Crew erhielt gesponsertes Leih-Equipment und viel Unterstützung von regionalen und überregionalen Sponsoren. Nach „nicht immer einfachen, aber absolut erinnernswerten Dreharbeiten“, wie Wütschner sagt, und einem Vierteljahr Postproduktion fand schließlich im Mai im Foyer der ZU die Uraufführung mit 140 geladenen und beeindruckten Gästen statt.

Nach diesem Mammut-Projekt „erholt“ sich Christian Wütschner nun mit der Arbeit im Presseteam der LakeMUN und bei einem Praktikum als wissenschaftlicher Mitarbeiter in England. Filme machen will er aber weiterhin – ob später auch beruflich, lässt er allerdings offen.

 

 

 

 

 


 



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geändert: 14.06.2011