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Die ZU und ihre Studierenden



Name: Manuel Schröter    
Alter: 23    
Studiengang: Communication & Cultural Management     
Semester: 6


[Wie kommt ein Opernfanatiker über einen Aufenthalt bei der Europäischen Kommission zu komplexen psychologischen Fragen sozialer Neurowissenschaften und empirischer Wirtschaftsforschung? Ganz einfach: Er macht ein Experiment und beginnt Communication and Cultural Management an der Zeppelin Universität zu studieren. Aber wie hängen jetzt Wagner, Spiegelneuronensysteme und transnationale Integrationskalküle zusammen? Als Manuel Schröter sein Studium begann, war er fasziniert vom Operngeschäft mit dem Ziel, eines Tages selbst in der künstlerischen Leitung eines Opernhauses tätig zu werden. Schon während der ersten beiden Semester jedoch entwickelt sich ein Interesse in eine ganz andere Richtung: für die Europäische Union, speziell deren Kommunikationspolitik. Ein europarechtswissenschaftlicher Ausflug am Walter-Hallstein-Institut in Berlin (2006) und ein Praktikum bei der Europäischen Kommission (2006) lassen ihn zu einem Anhänger der Europäischen Idee werden. Danach wendet sich sein Interesse wiederum in eine völlig andere Richtung: zur Kybernetik und deren Zusammenspiel mit der Systemtheorie. Ein Praktikum am Max-Planck Institut für Biokybernetik in Tübingen folgt, bei dem er Einblicke in die methodischen Herausforderungen moderner Hirnforschung erhält. Um sich diesen Themen noch ausführlicher widmen zu können, absolvierte er zuletzt im Schwerpunkt „Foundations of Human Social Behavior“ ein Undergraduate Research Assistantship am Psychologischen Institut der Universität Zürich. Dort arbeitete er an einem Forschungsprojekt zur Wirkung des Neuropeptids Oxytocin bzw. dessen Auswirkungen auf das „soziale Gedächtnis“. Geblieben ist freilich seine Liebe zur Musik: Mit acht Jahren erhielt er seinen ersten Saxophon-Unterricht und spielte in den folgenden Jahren in verschiedenen Ensembles und Bands. Seit 2004 ist er Mitglied der Münchner Funk-Band „hifidelity“, außerdem Mitglied im ZU-Chor und mehrerer Ensembles. Außerdem engagiert Manuel Schröter sich in der studentischen Organisationsberatung whyknot und als Co-Organisatior eines Kolloquiums zum Thema Innovationsmanagement]


| Die Zeppelin Universität hat diesmal Sie als besonders eigenwilligen Studierenden ausgewählt. Ist das in irgendeiner Weise überhaupt berechtigt?
Freiwillig lassen sich Eigenwillige natürlich nie gerne auswählen. Da hier aber die Frage nicht nach dem freien Willen, sondern nach einem besonders eigenen Willen gestellt ist, kann ich der Frage nach eigenem Willen nur zustimmen.

| Wenn Sie sich selbst mit sieben Worten beschreiben sollten, dann wären dies…:
Querdenkend, improvisierfreudig, neurophiler Netzwerkakrobat, funky Mindhopper, Komplexitätsjunky

| … und die ZU in sieben Worten?
Lebendiges, freiheitsverrücktes Experimentalsoziotop, aerokybernetisch affiliiert, praxisorientiert, fordernd, dicht.

| Inwieweit hat die ZU ihre Eigenwilligkeit unterstützt bzw. nicht verhindert?
Wer mit der an der ZU gegebenen Freiheit konfrontiert wird, muss lernen, sich selbst zu organisieren. Wenn dies dazu führt, dass man die eigenen Motivationssysteme und Interessen besser einzuschätzen lernt, ist das ein großer Gewinn für die persönliche Weiterentwicklung.

| Was war Ihre wichtigste Überraschung in Ihrem bisherigen Studium?
Wer lernt Lernen zu lernen, lernt Lernen zu lernen. Aber das zu lernen, ist eine überraschend große Herausforderung,

| Und welche Frage ist noch immer unbeantwortet?
Diese hier!

| Wem genau würden Sie von einem Studium an der ZU abraten?
Den Studenten, die sich nicht dem Luxus und den Zumutungen hingeben wollen, mental ein wenig zu verwildern.

| … und wem eines empfehlen?
Ein Studium an der ZU empfehle ich denjenigen, die bereit sind, sich selbst ein bisschen besser kennen zu lernen und dafür an eine charmante systemische Grundschule zu kommen, die hoffentlich nicht allzu schnell erwachsen wird. Gleichzeitig kann die ZU nur dann bestehen, wenn sich die Studenten auch aktiv mit in sie eindenken und sich als Teil derselben verstehen.

| Was dürfen wir von Ihnen noch erwarten – nach dem Studium?
Ein paar frische Gedanken zu der spannenden Schnittstelle soziale Neurowissenschaften – Kommunikationswissenschaften. Für mich bilden Neurowissenschaften und Psychobiologie eine konsequente Erweiterung der kommunikationswissenschaftlichen, sozial-psychologischen, ökonomischen und schließlich kybernetischen Erklärungsansätze menschlichen Denkens, Verstehens und Verhaltens. Das Potential mit Hilfe dieser neuen methodischen Verfahren, Verbindungsmöglichkeiten zwischen traditionell geisteswissenschaftlichen Themen und naturwissenschaftlichen Hypothesen zu untersuchen, halte ich für außerordentlich wichtig.


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geändert: 08.01.2008