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Medien zu nutzen ist eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten in modernen Gesellschaften. Auch wenn diese Nutzung meist durch Unterhaltung und Entspannung motiviert ist, lernen Zuschauer und Leser dabei Fakten über die Welt, sich selbst, Mitmenschen, gültige Werte und Normen und ändern ihre Einstellungen zu relevanten gesellschaftlichen Problemen. Das wirft eine Reihe hochrelevanter gesellschaftlicher Fragen auf: Können Actionfilme aggressive Verhaltensweisen beim Publikum prägen und sie gesellschaftsfähig machen? Gewöhnen Ego-Shooter Jugendlichen das moralisch unbelastete Zielen und Töten an? Erwarten wir von der Polizei, dass sie Verbrechen so effizient aufklärt wie die Kriminalisten aus CSI? Wie verändern sich zwischenmenschliche Beziehungen, etwa Liebesbeziehungen, aber auch formale Beziehungen wie die zwischen Arzt und Patient, durch Web 2.0-Technologien?
Medienwirkungs- und Mediennutzungsforschung widmet sich diesen Fragen und bearbeitet damit ein Feld, das im Fokus politischer und gesellschaftlicher Aufmerksamkeit steht. Das Forschungsfeld fungiert auch als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und gesellschaftlicher Praxis, wenn etwa Kampagnen zur Gesundheitsaufklärung oder Werbestrategien wirksam gestaltet werden sollen. Unter diesen breiten gesellschaftlich relevanten und praxisbezogenen Fragestellungen stehen fünf Themengebiete im Vordergrund des Forschungsinteresses:
1. Einfluss von Medien auf Vorstellungen sozialer Realität 2. Gezielte Vermittlung von Information durch Mediengeschichten 3. Selektion von Medien und Medieninhalten 4. Gesellschaftlicher Wandel durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien 5. Emotionen in den Medien
Für ZU-Absolventen ist das Themengebiet in dreifacher Hinsicht relevant:
(1) Viele Berufsfelder stellen eine Anwendung der akademischen Medienwirkungs- und Mediennutzungsforschung dar, etwa Markt- und Medienforschung.
(2) Viele Berufsfelder bauen ferner auf Kenntnissen der spezifischen Logiken von Publika auf: Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit, Medienmanagement oder Politikberatung.
(3) Alle Absolventen profitieren im späteren Beruf von Schlüsselqualifikationen, die gezielt durch empirische Forschung trainiert wird, z.B. analytisches Denken, eigenständige Problemlösung oder Präzision der Argumentation.
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